Klubmeisterschaften des italienischen Teckelklub A.B.C. (Amici Bassotto Club)

 

Von links:

Erhardt Grauer mit Gwenni, Annelie Grauer mit Elsie, Martin Kremmling mit Oscar, Inka Luda mit Taiga,

Doreen Klaus mit Pankraz und Stefan Fuß mit Frieda (Foto: Fuß)

 

Am frühen morgen des 24. Oktober 2013 starteten acht Teckelfreunde in Richtung Süden. Ziel war das knapp 800km entfernte italienische Dörfchen Cimafava, das rund 100km südlich von Mailand in der Region Emilia-Romagna bei Piacenza liegt.

Die sechs Teckel „im Gepäck“ waren für die Teilnahme an verschiedenen Gebrauchsprüfungen beim italienischen Teckelklub A.B.C. gemeldet.

 

Am späten Nachmittag hatten wir die lange Fahrt, die uns durch Baden-Württemberg bis nach Basel, durch die Schweiz – vorbei am Vierwaldstättersee und dem Comer See – und durch den Gotthardtunnel nach Italien führte, geschafft. Am Hotel „Val Vezzeno“ angekommen, begrüßte uns der Präsident des A.B.C., Herr Antonio Palladini, sehr herzlich.

 

Für den Abend war bereits ein gemeinsames Abendessen geplant, an dem rund 40 Teckelfreunde aus den Niederlande, Belgien, Italien, der Schweiz und Deutschland teilnahmen. Viele der Teilnehmer kennen sich schon seit Jahren und so war das Treffen ein einziges Hallo. Schnell entstand ein reger Austausch unter "Dackelbesessenen", die sich in allen möglichen Sprachen und mit Händen und Füßen verständigten.

Es stellte sich heraus, dass im Rahmen der Klubmeisterschaften zwölf verschiedene Jagdgebrauchsprüfungen ausgeschrieben waren. Zu den Vielseitigkeitsprüfungen (national und international), Spurlautprüfung, Waldsuche, Schweißprüfungen, Kleinteckelprüfungen etc. waren insgesamt rund 90 Teckel gemeldet.

 

Nach einer kurzen Nacht, hieß es um 6:30 Frühstücken, denn schon um 7:00 Uhr wurden die Teilnehmer an den Klubmeisterschaften auf dem Gut von Herrn Palladini begrüßt.

Zur internationalen Vielseitigkeitsprüfung (InterVp) waren insgesamt sieben Hunde gemeldet, wovon fünf Hunde aus unseren Reihen kamen.

Nach der Vorstellung der italienischen und deutschen Richter, der Einteilung in Gruppen und der Auslosung, ging es mit dem Auto ins Revier. Die Schweißfährten waren in einem lichten Wald mit teilweise hüfthohen Gräsern und schier undurchdringbaren Busch- und Brombeerhecken, gelegt. Ein extremer Bewuchs, den unsere Hunde so nicht kennen, aber der für sie kein Problem darstellte, denn alle deutschen Hunde kamen zum Stück. Sogar die Fährte, die am Zaun des Saugatters entlang führte, wurde von der exzellent arbeitenden Hündin und ihrem Führer gemeistert - und das, obwohl die Wildschweine das in ihren Augen sicherlich sonderbare Gespann mit seinen Verfolgern (die Richter) auf der anderen Seite des Zaunes grunzend begleiteten.

Nach dem Schweiß trafen sich die sechs verbliebenen Hunde zum Prüfungsfach „Gehorsam“. Hier zeigte sich, dass Teckel auch in schwierigstem Gelände leinenführig sind. Das Ablegen und das Treiben am Stand waren dann keine Hürde mehr.

Nachdem man nur rund 100 Meter von den Schweißfährten entfernt den Gehorsam geprüft hatte, wechselten die Prüflinge einfach auf die andere Seite des Waldwegs und begannen mit der Stöberarbeit. Auch hier konnten alle verbliebenen Hunde überzeugen. Wieder ging es zurück auf die andere Seite des Weges, einen kleinen Grasweg entlang und nach nur 50 Metern standen wir vor endlos erscheinenden Feldern auf denen der Spurlaut geprüft wurde.

Eine Prüfung der kurzen Wege wie ich es noch nie erlebt habe. Doch leider blieben nach den ersten Hasen weitere Hasen aus und so wurde die Spurlautprüfung für die Prüflinge zum kilometerlangen Marsch. Der letzte Hase konnte schließlich hoch gemacht werden und musste von "Elsbeere" auf dem zur Zeit trocken liegenden Geröllfeld eines Flusses gearbeitet werden. Trotz des ungewöhnlichen Bodens zeigte sie - dank guter Nase - eine feine Arbeit.

Am Ende der Prüfung hatten sich alle Anstrengungen gelohnt, denn fünf von sieben Hunden konnten die InterVp mit ersten und zweiten Preisen bestehen – und das waren „unsere“!

Aber es kam noch besser, denn vier Hunde absolvierten die InterVp mit einem 1. Preis und einem CACIT, der Anwartschaft für den Titel „Internationaler Arbeitschampion“ (C.I.T.).

 

Am nächsten morgen traten 25 Teckel zur Prüfung am Schwarzwild an. Hier wurde „unser“ Teilnehmer mit einer beeindruckenden Leistung bester seiner Klasse. Er erhielt 100 Punkte und einen ersten Preis.

 

Am Kunstbau starteten 35 Teckel in 3 verschiedenen Prüfungen. Da die Hunde an mehreren Prüfungen teilnehmen können, mussten die Richterteams insgesamt 50 Prüfungen bewerten. Unsere Teckel überzeugten auch hier. Einer bestand  mit 2x 100 Punkten und erhielt eine Anwartschaft auf den Titel  "Italienischer Arbeitschampion".

 

LJS Taiga aus dem Rheingau-Zwinger

bestand die italienische BhFK95 mit 94 Punkten und einem ersten Preis,

sowie die italienische Bauprüfung mit 88 Punkten, einem hohen zweiten Preis.

Da 2013 wirklich kein gutes Jahr für mich war, bin ich mächtig stolz auf meine ungeübte Taiga.

 

Ganz herzlich möchte ich mich an dieser Stelle bei Stefan und Vanessa Fuß, den Besitzern und Züchtern von Taigas Vater, Brenneke von der Bismarck-Eiche, bedanken. Dank eurer mitreißenden Leidenschaft für die Teckel und eurer Fähigkeit mich (und viele andere) für Dinge zu begeistern, die ich ohne euch nie kennen gelernt hätte, kann ich unvergessliche Erlebnisse mit euch und mit meinen Hunden erfahren.

Vielen Dank für eure ehrliche Freundschaft!